"Sprachen, Nationen, Konfessionen. Nachbarschaften im Norden der Kaschubei" von 26. bis 28.09.2003
In Zusammenarbeit mit Dr. Christian Pletzing, Academia Baltica - Lübeck

                  Im Norden der Kaschubei, zwischen Putzig, Neustadt und dem Zarnowitzer See, hat sich seit dem Mittelalter ein vielgestaltiges Mit- und Gegeneinander verschiedener Sprachen, Konfessionen und Nationen entwickelt. Neben Kaschuben, Deutschen und Polen ließen sich im 16. und 17. Jahrhundert Friesen und Holländer nieder. Nach 1945 mussten hier Ukrainer eine neue Heimat finden, während die Deutschen das Land zu verlassen hatten. Zwischen Nationalitätenkampf und multikultureller Toleranz schwankte und schwankt die vielfältige Verflechtung der Menschen in der Kaschubei. Auch die staatliche Zugehörigkeit der Nordkaschubei wechselte oft: 1309 ersetzte die bisherige Herrschaft der pommerschen Fürsten die nicht immer von slawischen Bevölkerung akzeptierte Verwaltung des Deutschen Ordens, die jedoch einen zivilisatorischen Sprung mit sich brachte. Nach dem verlorenen Krieg gegen Polen befand sich die Region als sog. Königliches Preußen seit 1466 unter dem Zepter des polnischen König - die Zeit der wirtschaftlichen Blüte, religiösen Toleranz und Adelsdemokratie, die mit der ersten Teilung Polens 1772 endete. Von 1772 bis 1920 bildete die Kaschubei ein wichtiges Teil Preußens; 1920 wurde das Land Polen zuerkannt.

Einige Beiträge:

Prof. dr. hab. Siegfried Melchert (Poczdam), "Die Kaschuben westlich und östlich des Zarnowitzer Sees und Brüggemanns Übersetzung der Kirchentexte in Schmolsin"
Felicitas B. Heibutzki (Eitorf), "Der Norden der Kaschubei zwischen Polen und Deutschland 1939-1945. Ein Zeitzeugenbericht"

                  Die Tagungsteilnehmer haben außerdem folgenden Referenten zugehört:
Dr. Grzegorz Berendt, Universität Danzig: "Krockow und Umgebung in der »unheimlichen Dekade" 1939-1949"; Bogus³aw Breza, Wejherowo: "Polen und Deutsche in der Nordkaschubei 1920-1939"; Prof. Dr. Andrzej Groth, Universität Danzig: "Das Dorf Krockow im 17. und 18. Jahrhundert"; Artur Jab³oñski, Landrat: ""Norda". Kaschubei heute"; Dr. Aleksander Klemp, Danzig: "Die konfessionellen Beziehungen im Norden der Kaschubei zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert"; Prof. Dr. Tadeusz Linkner, Universität Danzig: "Das kaschubische Dorf gegenüber den "Anderen""; Ulrich Müller, Berlin: "Land und Sprache im Norden des Königlichen Preußen / Westpreußen"; Prof. Dr. Jerzy Samp, Universität Danzig: "Der Kult der kaschubischen Sprache und die ethnische Identität im 19. und 20. Jahrhundert"; Prof. Dr. Marek Sta¿ewski, Universität Danzig: "Die Gesellschaft in Krockow und Umgebung im 19. Jahrhundert".

Deutsch-polnisches Lehrerseminar "Kaschubei - Geschichte und Kultur einer Region"; 24-25.10.2003.
In Zusammenarbeit mit Julita Venderbosch, Kulturreferentin für Ost - und Westpreußen am Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg

                  Im Seminar haben 20 deutsche und polnische Lehrer aus Nordrhein-Westfalen und aus der Kaschubei viel Interessantes über Kultur und Geschichte dieser Region erfahren, die exemplarisch das konfliktreiche und fruchtbare Gegen- und Nebeneinander preußischer und polnischer, germanischer und slawischer Kultur widerspiegelt. Am Rande der Tagung gab es Gelegenheit, mit Lehrern aus der Region über mögliche gemeinsame Projekte wie Schüleraustausch zu sprechen. Praktische Tipps dazu wurden von den Vertretern des Deutsch-Polnischen Jugendwerks sowie des deutschen Generalkonsulats in Danzig erteilt. Die Referenten zu Themen der Geschichte und Kultur der Kaschubei kamen u.a. vom Kaschubischen Institut (Instytut Kaszubski) und der Universität Danzig/Gdañsk.

Programm:
Jaros³aw Brodowski (Deutsch-Polnisches Jugendwerk, Warschau): "Wie organisiert man den Jugendaustausch"
Artur Jab³oñski (Landrat des Kreises Puck): "Aktuelle Lage der kaschubischen Minderheit"
Prof. Dr. Tadeusz Linkner (Universität Danzig): "Das kaschubische Dorf im literarischen Werk von Hieronim Derdowski"
Renata Mistarz (Zentrum für Weiterbildung der Lehrer, Danzig): "Probleme des kaschubischen Schulwesens"
Prof. Dr. Jerzy Samp (Universität Danzig): "Das Problem der deutsch-polnischen Aussöhnung in der Danziger Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg"
Prof. Dr. Zygmunt Szultka (Stolp): "Herkunft und wichtigste Entwicklunglinien der kaschubischen Bevölkerung im Pommern von 6. bis zum 18. Jahrhundert"

 

......
 Kliknij! Obrotne $trony wykonasz i utrzymasz w InfoServe.pl!

stat4u